im wahrsten Sinne des Wortes!
Nun sind wir schon ca. 29 Stunden verheiratet! Heute nachmittag sind wir nach Hause gekommen, ziemlich geschafft, da es doch seit 2 Tagen recht wenig Schlaf für uns gab, aber glücklich!
Jetzt will ich mal versuchen, den Tag in Worte zu fassen, was gar nicht so leicht ist, da wir so viel erlebt haben und so zahlreich überrascht wurden. Ich will nur vorweg sagen, dass wir uns den Tag niemals so schön und überraschend vorgestellt hätten..
Wir verbrachten die Nacht von Freitag auf Samstag voneinander getrennt. Nachdem ich mir von einem “Profi” die Nägel hab lackieren lassen (was zwar “nur” 15 Euro kostete, aber qualitativ nicht gerade überzeugte) hat Kolja mich mit meinem Sack und Pack zu meinen Eltern gefahren. Er fuhr dann wieder nach Hause zurück und wir brachten den Abend dann jeder für sich so rum.. die Nacht hatte dann doch recht wenige Stunden, weil wir beide nicht allzu gut schlafen konnten und uns von Zeit zu Zeit gegenseitig SMS schickten. Am nächsten Morgen wurde es dann stressig. Meine Eltern waren sehr aufgeregt, bei mir ging es eigentlich noch. Meine Mutter und ich wurden dann zum Friseur geschafft, dort wurden uns die Haare schick gemacht und ich wurde festlich geschmückt und geschminkt. Dann war es auch schon fast Mittag und ich warf mich in Schale, gespannt, ob das Kleid noch zugeht..
aber es ging! Ich bewunderte mich im Spiegel und fand, dass ich ganz passabel aussah..
Da trudelte auch schon der Bräutigam ein. Ich “versteckte” mich im Schlafzimmer meiner Eltern, damit der Bräutigam sich auch erstmal in Schale werfen konnte. Leider kam er nicht so recht klar und inzwischen trudelte auch mein Bruder samt Familie bei meinen Eltern ein. Da war das Chaos natürlich perfekt. Ich wurde sehr ungeduldig, wollte ich mich doch endlich meinem Zukünftigen präsentieren. Und auch meine Eltern brachen in Hektik aus, dabei hatten wir doch noch viel Zeit! Irgendwann hatte Kolja dann den Kampf gegen seinen Festanzug gewonnen und wir standen voreinander. Kolja war seehr schick und sah einfach umwerfend aus.. und ich glaube, ich hab ihm auch ganz gut gefallen..
Plötzlich rief meine Mutter uns aufgeregt zu, dass wir doch mal aus dem Fenster sehen sollen. Wir taten wie geheissen und da stand doch tatsächlich eine weisse Kutsche mit zwei riesigen angespannten Schimmeln auf der Straße. Ich dachte noch bei mir.. “ach wie schick, da heiratet jemand mit Kutsche.. komisch, dass meine Eltern gar nicht erzählten, dass hier noch jemand heiratet, entgeht ihnen doch sonst auch nichts..” Bis es mir plötzlich siedendheiss wurde.. die war ja für uns.. WIR heiraten ja heute.. Ich war völlig von den Socken und meine Eltern werden mir wohl bis in alle Ewigkeit vorhalten, dass mein erster Ausruf war: “Ihr seid ja wohl völlig durchgeknallt!” Ich konnte das gar nicht fassen und musste sehr nach Luft und Fassung ringen.. nun ergaben auch die Wärmflasche, die meine Mutter kurz zuvor aus dem Schrank holte und die Aufforderung meinen warmen Mantel mitzunehmen, Sinn.. Nun hiess es flugs nach unten und rein in die Kutsche.. das war einfach traumhaft.. gottseidank hatten wir mit dem Wetter insoweit Glück, dass es zwar kalt und grau war, aber wenigstens regnete es nicht. Wir fuhren ein kurzes Stück durch den Ort, uns winkten soo viele Leute aus den Autos zu, unterbrachen ihre Gartenarbeit um uns Glückwünsche zuzurufen oder schauten uns einfach nur mit offenem Mund an.
Das war schon irgendwie sehr spassig! Dann ging es durch den Wald nach Rangsdorf. Das war dann der romantische Teil der Kutschfahrt. Der Wald war märchenhaft, das Getrappel der Pferde klang in den Ohren und der äußerste nette Kutscher unterhielt uns mit Geschichten. Wir kamen nach einer geraumen Weile vor dem Seebad-Casino an und mussten mit Schrecken feststellen, dass kaum Gäste da waren (der Kutscher erwähnte schon, dass es eigentlich viel zu früh war, aber das war das Werk meiner Eltern die immer und überall ein Zeitpuffer zur Sicherheit einrichten
) Wir fuhren also nochmal durch Rangsdorf und winkten noch ein paar Schaulustigen zu.. dann ging es zurück zum Hotel und endlich waren (fast) alle Gäste da! Das gab ein großes Hallo! Unsere Fotografin schoss auch schon die ersten Fotos..
Wir stiegen aus der Kutsche (was mit dem Kleid gar nicht so einfach war..) und wurden im Hotel von der Standesbeamtin begrüßt.. dann begrüßten wir unsere Gäste und stellten fest, dass noch mehrere fehlten. Aber es war ja auch erst kurz vor zwei. Wir machten schnell noch ein paar Fotos mit der Kutsche, bevor wir uns dann nach drinnen verzogen und auf die restlichen Gäste warteten. Diese trudelten auch nach ein paar Minuten ein. Wir klärten noch die letzten bürokratischen Dinge zwecks der Trauzeugen und dann ging es auch schon ins Trauzimmer.. Es wurde also ernst. Alle Gäste hatten Platz genommen, wir ganz vorn (welch seltsames Gefühl), vor uns lagen unsere Ringe, neben uns saßen unsere Trauzeugen und dann ging es los. Die Standesbeamtin hielt eine sehr einfühlsame und persönliche Rede und schon wurde Kolja die entscheidende Frage gestellt. Er antwortete (gottseidank) mit ja.
Ich sinnierte noch darüber, dass ich bloss nicht zu laut, zu leise, zu piepsig oder was auch immer mein ja rausbringen müsste und da war es auch schon geschafft.. Also waren wir verheiratet. Dann kam der Ringwechsel und auch der klappte ohne Zwischenfälle. Zum Schluss noch zwei Mal unterschreiben, das erste Mal mit meinem neuen Namen und das letzte Mal mit meinem alten.. (sehr seltsames Gefühl..), dann wurden die Trauzeugen um ihre Unterschriften gebeten und es war geschafft.. alle gratulierten uns und wir wurden von der Fotografin zum Gruppenbild nach draussen gebeten. *bibber* Dort wurde dann gepuzzelt und sortiert bis alles passte *frier* und dann war auch das geschafft. Die versammelte Mannschaft pilgerte dann wieder nach drinnen in unseren Veranstaltungsraum und dort gab es dann den Sektempfang für die Gäste. Mein Vater liess es sich nicht nehmen, ein paar sehr rührend Worte zu sagen. Auch Kolja und ich bedankten uns für das Kommen all unserer Gäste. Und schon entführte unsere Fotografin uns nach draussen und das Fotoshooting begann.
Wir wurden in allerlei Posen am See, auf einem Steg, am Ufer zwischen Bäumen und Schilf fotografiert, machten einige Verrenkungen und sehr viel Action. Wir liefen auf einem löchrigen Steg (man bedenke, ich hatte Schuhe mit dünnem Absatz an..) hin und her und kletterten sogar in ein undichtes Boot um möglichst viele Motive und lustige Ideen der Fotografin abzuarbeiten. Wir bereuten es nicht, uns für ein professionelles Fotostudio entschieden zu haben, denn die Fotografin war einfach klasse. Sie war so nett, motivierend und voller Ideen, dass es sogar uns Fotomuffeln, die es sehr vor dem fotografiert werden gegraust hatte, unendlich viel Spass gemacht hat und wir uns sehr oft ausschütten mussten vor Lachen.. Auf die Fotos sind wir nun sehr gespannt und wir werden wohl im Dezember einen weiteren Fototermin ausmachen, damit auch der unaufhaltsam wachsende Bauch auf entsprechende Fotos gebannt wird.
Unsere Gäste waren durch die Wartezeit etwas ungeduldig geworden und drückten uns nun zu Hauf Geschenke und Blumen in die Hand.. Auf dem Geschenketisch stapelte es sich unaufhaltsam.. Gleichzeitig wurde die Hochzeitstorte aufgebaut und es ging an das Anschneiden derselbigen.. ich tat Kolja den Gefallen und ließ ihn die Oberhand haben.
Nach und nach waren alle Gäste mit Kuchen versorgt und es wurde gefuttert was das Zeug hielt, waren wir doch alle recht hungrig. Das nächste Highlight liess nicht lange auf sich warten und wir wurden mit einem unterhaltsamen Vortrag beglückt, was man uns für die Ehe wünschte und es kamen allerlei nützliche Utensilien zum Einsatz, wie zum Beispiel ein Bilderrahmen, damit keiner von uns aus dem Rahmen fällt, Seife damit wir immer sauber bleiben, Aspirin, damit ich nie Kopfschmerzen habe und einen Wegweiser, damit wir immer wissen, wo es langgeht.. an dieser Stelle nochmals vielen lieben Dank an Paula! Das war wirklich eine klasse Idee! Nach dem Kaffee las meine Mutter dann aus der Hochzeitszeitung vor, die mit viel Mühe von meinem Bruder und seiner Familie gestaltet worden war und mit reichlich mehr oder weniger peinlichen Bildern und Geschichten von Kolja und mir gespickt war. Nun fand sich Zeit, mit unseren Gästen zu plaudern und mit jedem das eine oder andere persönliche Wort zu wechseln. Mittlerweile war auch der DJ eingetroffen und begann angenehme Hintergrundmusik zu spielen. Das Buffet wurde aufgebaut und es konnte weitergegessen werden.
Es gab so viele leckere Dinge, dass man unmöglich alles probieren konnte.. es wurde gegessen, getrunken und viel gelacht.
Leider fiel mir dann siedendheiss ein, dass durch die morgendliche Kutschenüberraschung ich ganz vergessen hatte, die Hochzeitsgeschenke für Kolja mitzunehmen. Gottseidank konnte ich meinen Bruder überreden, dass er nochmal in die Wohnung meiner Eltern fährt und die Sachen holt, denn mir lag sehr viel daran, im Anschluss an das Fest Kolja die Geschenke zu überreichen. Leider dauerte das durch 2 Bahnübergänge und eine große Baustelle sehr lange, so dass sich unsere Gäste wieder einmal in Geduld üben mussten, um unseren vollendeten Hochzeitswalzer geniessen zu dürfen. Aber schliesslich konnte ich ja meinen Bruder nicht erst wegschicken und dann ohne ihn den Tanz eröffnen! Auch wenn einige Gäste meinten, dass wir uns ja nur nicht trauten..
Aber auch wir waren ungeduldig und wollten es endlich hinter uns haben. Mein Bruder traf dann doch noch irgendwann wieder ein und wir fassten uns ein Herz und an den Händen und der DJ kündigte uns an.. wir tanzten unseren Moon River, was uns eigentlich ganz gut gelang, obwohl wir zu einer ganz anderen Version geübt hatten. Der DJ war ein Engel und erlöste uns nach einer kurzen Runde und wir konnten die anderen Gäste (die sich doch tatsächlich zu wehren versuchten!) ebenso zum Tanz auffordern. Nun war auch das geschafft. Es wurde dann für unsere Verhältnisse doch recht viel getanzt, vor allem die kleine Tochter meiner Trauzeugin und meine Nichte waren kaum zu bremsen, sehr zur Freude aller.
Leider verabschiedeten sich alsbald auch schon die ersten Gäste, so dass diese auch das äußerst unterhaltsame Spiel verpassten, welches meine Trauzeugin und ihre Familie zu Übungszwecken für uns baldige Eltern organisiert hatten. Es galt, ein Baby unter erschwerten Bedingungen (im Kaufhaus-Wickelraum, hier dargestellt durch einen Lauf um die Festtafel) zu wickeln. Wer als erster fertig ist, darf den anderen stilecht mit Babybrei (ebenfalls zu Übungs- und Verkostungszwecken) füttern. Kolja versuchte mich zwar durch ein bösartiges Karambolage-Manöver am Ende des Tisches k.o. zu schlagen, aber seinen kurzzeitigen Vorsprung verlor er dann doch beim Entkleiden des Baby-Dummys. Ich war knapp vor Kolja mit dem Wickeln des Babys fertig. *hehe* Mit einem schönen Babylöffel durfte ich Kolja (der zur Sicherheit ein Lätzchen umbekam) dann den Babygriessbrei einflößen.. *freu*.
Um 22.30 Uhr gab es dann zur Überraschung unserer Gäste eine leckere Eisbombe, die in kürzester Zeit vernichtet wurde. Die Gästeschar wurde zunehmend kleiner, als zu später Stunde dann noch unverhofft zwei weitere Gäste eintrudelten, die es leider aus arbeitstechnischen Gründen nicht eher schafften. Wir hielten es noch bis halb zwei mit den letzten Gästen aus und dann gingen wir alle auf unsere Zimmer. Das Hochzeitszimmer war für uns romantisch hergerichtet worden mit Herzchen-Bettwäsche, überall Rosenblättern und Herzdekorationen. Da es ja quasi schon der Morgen nach der Hochzeit war, konnte ich Kolja endlich seine Geschenke überreichen und er hat sich gottseidank auch darüber gefreut!
Kolja nahm anschliessend noch eine ausgiebige heisse Dusche, während ich mich abmühte, all die Klammern, Perlen, Haargummis und Curlies aus meinen Haaren zu bekommen. Irgendwann so gegen 4 Uhr fielen wir dann in einen kurzen Schlaf, denn um kurz vor 8 war die Nacht auch schon wieder zu Ende. Wir frühstückten ausgiebig mit unseren Gästen, die mit uns im Hotel übernachtet hatten und dann begann die kollektive Abreise. In zwei Autos verstauten wir Blumen, Geschenke, übriggebliebenes Essen und Gepäck und es ging heimwärts..
Zuhause angekommen machten wir uns natürlich voller Neugier ans Auspacken, was wirklich unendlich viel Spass machte, da sich all unsere Gäste sehr viel Mühe mit den Geschenken machten und uns liebevoll gestaltete Karten, Kisten, Eimerchen und Finanzspritzen angedeihen ließen! An dieser Stelle schon einmal vielen Dank an die grosszügigen und schönen Geschenke! (Natürlich werden wir uns noch bei jedem persönlich für die uns zugedachten Glückwünsche und “Sparschweinfüllungen” bedanken!)
Zu erwähnen ist noch, dass wir ab Dienstag für 4 Tage auf Hochzeitsreise gehen werden. Auch dieses grosszügige Geschenk wurde uns zur Hochzeit gemacht und wir freuen uns sehr auf unsere Flittertage in Dresden! Hierfür vielen Dank an unsere lieben Eltern!
Nun werden wir uns in aller Ruhe an unsere Eheringe gewöhnen, die doch noch recht ungewohnt zu tragen sind.. Und ich mich hoffentlich recht bald an meinen neuen Namen!
Jetzt habe ich sage und schreibe 2 1/2 Stunden an diesem Hochzeitsbericht geschrieben *staun* und bin doch zu einem Ende gekommen.
Ich möchte mich bedanken bei den Lesern des Hochzeitsblogs für die Anteilnahme an der doch recht aufregenden Vorbereitungszeit und den guten Wünschen und hoffe, dass wir uns vielleicht an anderer Stelle mal wieder lesen!
Alles Liebe,
Kristina